Ammonium

Ammonium/Ammoniak

Überblick

Ammonium entsteht im Koiteich in erster Linie durch den Abbau von Proteinen. Es wird von den Koi als Endprodukt über die Kiemen und den Urin ausgeschieden. Ammonium ist als eher weniger giftig einzustufen. Das begleitende Ammoniak ist dagegen schon in geringsten Konzentrationen giftig. Dieses wird durch die Nitrifikation (siehe Nitrat) unter Verbrauch von Sauerstoff in einem biologischen Selbstreinigungsprozess zu Nitrat abgebaut. In Teichen die überbesetzt, oder die nicht ausreichend mit Filter-Bakterien versorgt sind, kann sich giftiges Ammoniak anreichern. Ammonium/Ammoniak im Wasser von 0,5 bis 1 mg/l werden, je nach dem pH-Wert des Wassers, als kritisch für Fische eingestuft.


Weiterführende Informationen

Allgemein

Das Ammonium-Ion NH4+ ist ein Kation, welches durch Protein-Abbau in der Natur entsteht. Es wird einerseits von Wasserorganismen ausgeschieden, andererseits bei der Verrottung von Biomasse erzeugt. In einem Koiteich ist der Haupterzeuger normalerweise der Koi, welcher das Ammonium durch Kiemen (ca. 75%) und Urin (ca. 25%) ausscheidet. Ammonium ist die konjugierte Säure zur stark giftigen Base Ammoniak (NH3). Ammonium bildet mit diesem ein Dissoziationsgleichgewicht. Dieses Gleichgewicht ist vom pH-Wert des Wassers abhängig und somit nicht konstant. Der Anteil des Ammoniaks steigt mit zunehmendem pH-Wert und steigender Temperatur. Ammoniak wird durch die Nitrifikation von Bakterien in zwei Schritten erst zu Nitrit, dann zu relativ ungiftigem Nitrat abgebaut. Hierzu benötigen die Bakterien große Mengen Sauerstoff. Dieser wird dem Wasser entzogen. Es muss darauf geachtet werden, dass das Teich-Wasser ausreichend belüftet wird.


Toxidität

Ammonium ist weniger giftig, dafür Ammoniak als sehr giftig für Lebewesen einzustufen. Ammoniak reagiert im Körper ähnlich dem Kalium-Ion und kann statt dessen vom Körper eingebaut werden. Hier reagiert es als starkes Nervengift.


Grenzwert

Es muss darauf geachtet werden, dass der Ammoniakwert im Teich immer bei 0 mg/l liegt. Steigt der Wert, sind schnelle Maßnahmen unerlässlich. Ein Wassertausch, dessen Menge sich je nach Ammoniak-Gehalt auf bis zu 100% steigern kann, ist eine effektive Sofortmaßnahme, allerdings meist ohne Langzeitwirkung. Ein teilweiser Wassertausch sollte bereits bei mehr als 0,2 mg/l geschehen, da dieser Wert in der Literatur oft schon als toxisch aufgeführt wird. Langwirkende Maßnahmen, wie zusätzliche Belüftung oder Bakterien-Injektionen (beides steigert die Nitrifikation) müssen flankierend durchgeführt werden.


Faktoren, welche den Ammonium/Ammoniak-Gehalt beeinflussen

Sauerstoffkonzentration
pH-Wert
Verweilzeit im Filter
Belastung durch Bio-Masse
Fisch-Besatz

Aktuelles

Interkoi 2009 in Rheinberg
25. und 26 April