Filtermedien- Abbau von Schadstoffen
Überblick
In einem Koiteich entstehen Schadstoffe wie Ammoniak, welches aufgrund seiner toxischen
Wirkung aus dem Wasser entfernt werden muss. Dies wird durch die Filtration des Wassers
erreicht. Im Gegensatz zur mechanischen Filtration, die für die Entfernung der Festkörper zuständig ist,
werden die gelösten Giftstoffe, die nicht durch mechanische Filter entfernt werden können, über die
Bio-Filter abgebaut. Die Arbeit übernehmen dabei Bakterien. Diese siedeln sich auf speziellen Filtermedien,
die alle eine sehr große Oberfläche haben, an. Durch die große Oberfläche ist eine
ausreichende Anzahl von Bakterien gewährleistet. Häufig genutzte Filtermedien sind die Japanmatte und Kaldnes.
Weiterführende Informationen
In einem Koiteich wird durch den Abbau von Proteinen Ammonium erzeugt. Dessen kongruierende Base, Ammoniak,
ist ein stark toxisches Nervengigft. Dieses Gift wirkt bei geringen Konzentrationen bereits tödlich.
In der Natur werden diese Gifte effektiv durch einen bio-chemischen Prozess mittels Bakterien abgebaut und über
einen Zwischenschritt über das ebenfalls giftige Nitrit zu dem eher ungiftigen Nitrat umgewandelt. Dieser Prozess
der biologischen Reinigung muss in einem Koiteich im kleinen Maßstab nachvollzogen werden.
Hierfür muss für die Bakterien in einem Koiteich ein entsprechender Besiedlungsort geschaffen werden. Die für die
Umwandlung zuständigen Bakterien befinden sich zwar in dem Wasser des Teiches, allerdings nicht im ausreichenden
Maße, um das Wasser von Giftstoffen zu befreien. Hierfür wird ein Medium, oder eine Kombination verschiedener Medien,
bereitgestellt, die den Bakterien im Bio-Filter ausreichend Besiedlungsraum zur Verfügung stellen. Hierbei kommen im wesentlichen
zwei Faktoren zum Tragen.
Oberfläche:
Durch Bereitstellen einer, dem Volumen entsprechenden, sehr großen Oberfläche durch das Filtermedium kann
eine große Anzahl von Bakterien auf relativ kleinem Raum angesiedelt werden. Diesen Effekt nutzt die Japanmatte.
Diese besteht aus einem robusten Kunststoffgeflecht. Die Oberfläche beträgt ca. 275 Quadratmeter pro Kubikmeter Matte.
Das heißt: ein Würfel mit der Kantenlänge 1 Meter hat eine Besiedlungsoberfläche von 275 Quadratmeter oder eine
Fläche von ca. 16,5 x 16,5 Metern. Das Wasser durchströmt die Matten, die Giftstoffe werden an den Bakterien vorbeigeleitet
und von diesen abgebaut. Entscheidend für das Funktionieren der Japanmatten ist eine Vorreinigung des Wassers von Festkörpern,
welche durch vorgeschaltete Filter entfernt werden.
Spezielle Formgebung:
Eine ausgeklügelte Formgebung sorgt für ausreichenden Besiedlungsraum, aber auch für etliche andere Eigenschaften,
die die Filterfunktion erhöhen. Zb. Kaldnes sind radförmig mit Speichen gebaut, welche durch ihre Schwimmfähigkeit
durch das umspülende Wasser im ganzen Bio-Tank umherzirkulieren. Die sich an der Außenseite befindlichen Bakterien werden
mechanisch entfernt. Jüngere Bakterien mit einem schnelleren Stoffwechsel können sich dort neu ansiedeln.
Im geschützten Innenbereich durchleben die Bakterien, frei von mechanischen Einwirkungen, ihren natürlichen Zyklus,
was sich vorteilhaft auf den gesamten Nitrifikationsprozess auswirkt. Kaldnes hat eine Oberfläche von bis zu 800 m2.
Auf der Oberfläche der Filtermedien bildet sich eine Schicht aus lebenden und abgestorbenen Bakterien, sowie weiteren Mikroorganismen, die Biofilm genannt wird. Diese Schicht hat die Eigenschaft Substanzen, deren Abbau nicht unmittelbar erfolgt, anzulagern und nachfolgend umzuwandeln. Ist eine mangelhafte Vorreinigung gegeben, müssen die Filtermedien von Festkörpern nach einiger Zeit gereinigt werden, was eine, zumindest teilweise, Zerstörung des Biofilms nach sich zieht. Bis zum Aufbau eines neuen gleichwertigen Biofilms ist nur eine reduzierte Filterleistung zu erwarten. Die beste Filterwirkung erzielt man durch Kombination mehrerer Filtermedien.

