Wasser - Entscheidende Faktoren
Überblick
Ein Teich kann normalerweise problemlos mit Leitungswasser gefüllt werden.
Auch Brunnenwasser kann benutzt werden. In beiden Fällen ist allerdings eine Überprüfung
der Wasserqualität angeraten. Beim Teichwasser sind viele Werte zu beachten.
Die wichtigsten Werte sind:
Ammonium/Ammoniak
Nitrit
pH-Wert
Härte des Wassers
Diese Werte sollten regelmäßig (2 mal pro Woche) überprüft werden, da sie bei Überschreitung
direkt oder indirekt toxische Wirkung auf den Fischbesatz ausüben können.
Allgemein kann man sagen, dass eine plötzliche Änderung der Wasserwerte schädlichere Auswirkung
auf den Fischbesatz haben, als wenn eine der Kennzahlen leicht ausserhalb der Norm liegt. Das
heißt nicht, das bei einer toxikologischen Erhöhung von Werten nicht sofort gehandelt werden muss.
Allgemein
Wasser (H2O) ist ein starkes dipolares Lösungsmittel, das aus Sauerstoff und Wasserstoff besteht. Eine bemerkenswerte Eigenschaft ist, dass Wasser die höchste Wärmekapazität aller Flüssigkeiten aufweist. D.h. Wasser kann verhältnismäßig viel Wärme speichern und lange Zeit halten. Auswirkungen auf den Teich hat dies mit Zeitverzögerungen in der thermischen Anpassung des Wassers an die Umgebung. Teichwasser hat viele Kennzahlen, die beachtet werden müssen. Die meisten dieser Kennzahlen kann man nicht isoliert betrachten, da sie über komplexe Vorgänge interagieren, bzw. voneinander abhängig sind.
Kennzahlen
Ammonium/Ammoniak:
Ammonium ist ein Stoffwechselprodukt, welches die konjugierte Säure zur stark giftigen Base Ammoniak darstellt.
Ammoniak ist sehr giftig und muss bei 0 mg/l liegen.
Nitrit:
Nitrit ist ein Zwischenprodukt bei der Umwandlung von Ammoniak nach Nitrat.
Nitrit ist sehr giftig und muss bei 0 mg/l liegen
Nitrat:
Abbau-Produkt des Ammoniak. Dient als Pflanzennährstoff.
Idealerweise liegt der Wert bei 0 mg/l. In dem Fall ist das Gleichgewicht zwischen den von den
Fischen produzierten Ausscheidungsprodukten und den von den Pflanzen aufgenommenen Nährstoffen gegeben.
pH-Wert:
Der Säure-Basen-Wert. Neutral liegt dieser bei pH 7.
Er schwankt im Tagesverlauf, allerdings sollte er sich nicht zu sehr von dem neutralen Zustand entfernen.
Direkte Auswirkung eines vom neutralen Zustand stark abweichenden pH-Wertes beobachtet man am Koi selber
durch Kiemenschäden, indirekte Auswirkungen durch Beeinflussung anderer chemischer Prozesse.
Gesamthärte des Wassers (GH)/Carbonhärte des Wassers (KH):
Entscheidend für den pH-Wert des Wassers ist die Carbonhärte. Carbon dient als pH-Wert-Puffer.
Die Gesamthärte des Wassers sollte nicht unter 4 sinken, da diese die Osmose, und damit die Regulation des
Wasserhaushalts von Zellen beeinflusst.
Sauerstoff:
Zuerst einmal benötigen Kois Sauerstoff zum Leben. Hier wird in der Literatur ein Wert von >5 mg/l genannt.
Allerdings wird Sauerstoff noch von anderen Vorgängen im Wasser, z.B. der Nitrifikation, benötigt. Um alle
Sauerstoff benötigenden Vorgänge speisen zu können, sollte eine Sättigung von 6-10 mg/l gewährleistet sein.
Der Sauerstoffgehalt ändert sich mit der Temperatur des Wassers.
Kohlenstoffdioxid:
Kohlenstoffdioxid wird vom Wasser aus der Luft aufgenommen und von Wasserlebewesen eingebracht. Kohlenstoffdioxid
in Wasser gelöst, beeinflusst den pH-Wert zum sauren Bereich, wird aber durch Umwälzen des Wassers wieder
ausgetrieben. Der Wert sollte nicht über 20 mg/l liegen.
Phosphat wird über Futter in den Teich eingebracht. Leitungswasser kann geringe Mengen Phosphat enthalten. Dieses wird von Pflanzen als Nährstoff abgebaut. Geringer Fisch-Besatz und eine ausreichende Bepflanzung kompensieren den Phosphat-Wert.

