Behandlung bei Infektion eines Koi
Neben der ganzen Freude am Koi gehört auch die Pflege und Versorgung kranker Tiere.
Deshalb haben wir uns entschlossen hier eine Wundbehandlung, die ohne Versorgung wahrscheinlich
zum Tode des Tieres führt, zu dokumentieren.
Auf dem ersten Bild ist die Wunde, eine bakterielle Infektion, an der linken Seite hinter dem Kopf zu sehen. Ausgelöst
wurde diese durch eine mechanische Verletzung. Allerdings kann Stress ebenfalls zu Infektionen führen,
z.B. durch große Temperaturschwankungen im Teich, oder durch nicht artgerechten Umgang mit den Tieren.
Der ca. 70 cm große Koi wird aus dem Teich geholt und in das Behandlungsbecken gebracht. Das Wasser in diesem Becken entspricht genau dem Wasser im Teich, da der Koi ansonsten zu viel Stress ausgesetzt wird. Dem Wasser wird ein Betäubungsmittel beigemischt, so daß das Tier von der Behandlung nichts spürt. Sobald der Koi betäubt ist, wird die Wunde mit einer 2%igen Lösung Wasserstoffperoxyd gespült. Dafür wird mit einer stumpfen Spritze die Lösung unter jede Schuppe gespritzt.
Die Lösung verflüssigt das nekrotische Gewebe, welches dann durch leichtes Streichen über die Schuppen hervorgepresst wird. Während der ganzen Behandlung achtet der Helfer, welcher das Tier hält, darauf, daß der Kopf des Tieres etwas über dem Wasser ist, so daß der Koi nicht mehr Betäubungsmittel zu sich nimmt, als unbedingt nötig. Allerdings sollte sich der Kopf eines Koi, bei Befeuchtung der Kiemen, nicht mehr als zwanzig Minuten über Wasser befinden.
Die Wunde wird mit der Wasserstoffperoxyd-Lösung nochmals gespült und mit einem desinfizierten Wattestäbchen unter den Schuppen gereinigt. Selbstverständlich wird dies mit äußerster Vorsicht durchgeführt, um den Koi nicht noch zusätzlich zu verletzen.
Im nächsten Schritt wird eine Lösung, deren Hauptbestandteile Propolis und Jod sind, auf die Wunde aufgebracht. Diese Lösung wirkt antiparasitär und antiseptisch. Das Propolis hat zusätzlich eine leicht schmerzstillende und heilfördende Wirkung.
Im letzten Behandlungsschritt werden dem Koi zwei Spritzen gesetzt. Die erste Spritze enthält ein Antibiotikum. Anhand der Wunde wird, aufgrund von Erfahrung, das Antibiotikum ausgewählt. Eine Wunde, die breit fächert, benötigt ein anderes Medikament, als eine Wunde die z.B. in die Tiefe geht. Mit der zweiten Spritze werden Vitamine verabreicht, die auf Koi abgestimmt sind.
Der Koi wird vorsichtig von dem Behandlungsbecken in das Rekonvaleszenzbecken verbracht, dessen Wasser ebenfalls in Temperatur und Zusammensetzung dem Wasser aus dem Teich entspricht.
Die Betäubung lässt in dem Rekonvaleszenzbecken innerhalb von drei bis fünf Minuten nach. In dieser Zeit liegt der Koi noch leblos im Wasser, oft mit dem Bauch nach oben. Nach 24 Stunden wird dem Wasser ein Antibiotikum beigefügt. Die Menge Antibiotikum wird auf die Wassermenge im Becken abgestimmt, so dass die gewünschte Konzentration genau eingehalten werden kann. Das Becken wird langsam bis 28° C erwärmt. Der Koi bleibt geschätzte drei bis vier Wochen im Becken.
Bevor das Tier wieder in den Teich ausgesetzt wird, erfolgt eine schrittweise Anpassung der Temperatur an das Außenbecken. Dies vermeidet einen Temperaturschock, der den Koi stark gefährden würde. Auf diesem Bild ist der eigentlich weiße Koi, rötlich verfärbt. Dies ist ein untrügliches Zeichen für den Stress, dem der Koi, trotz schonendster Behandlung, ausgestzt war.
Wir werden den Heilungsverlauf verfolgen und mit Zeitangaben hier dokumentieren.

